Paul Seguin: „Ich möchte das erreichen, was mein Vater geschafft hat“

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Die U19 des VfL Wolfsburg ist momentan Tabellenführer, die Spieler träumen vom Titel und einem Profivertrag bei den Wölfen. Inside 11 traf sich mit Paul Seguin, der beides vor Kurzem geschafft hat und sprach mit Ihm über seine Jugend beim VfL, seine erste Profi-Saison und die Einflüsse durch seinen Vater.

Inside 11: Sie spielen bereits seit der D-Jugend für den VfL Wolfsburg, was waren Ihre Höhepunkte in den vergangenen sieben Jahren?

Paul Seguin: Zuallererst natürlich die Meisterschaft mit der A-Jugend des VfL. Ebenfalls gefreut hat mich der Einsatz im Freundschaftsspiel gegen Atlético Madrid in der Volkswagen-Arena. Darüber hinaus gab es gerade in der Jugend noch kleinere Turniere, die für sich genommen Höhepunkte waren.


Inside 11: Seit dieser Saison stehen Sie im Profi-Kader der Wölfe. Wie ist es, tagtäglich mit Nationalspielern wie Kevin De Bruyne oder André Schürrle zusammen zu spielen?

Seguin: Am Anfang ist es schon eine Umstellung, mittlerweile habe ich mich aber daran gewöhnt. Im Endeffekt sind das Menschen wie jeder andere auch, nur dass sie eben gut Fußball spielen können (lacht). Ich finde mich jetzt auf jeden Fall gut in der Mannschaft zurecht.

Inside 11: Beim Sieg gegen RB Leipzig feierten Sie Ihr Startelf-Debüt. Es ist also nicht nur für den VfL generell ein herausragendes Jahr, sondern auch für Sie selbst. Haben Sie am Anfang der Saison gedacht, dass es so gut läuft?

Seguin: Ich versuche eigentlich immer, das Beste aus mir rauszuholen. Erstmal bin ich natürlich froh, dieses Spiel gemacht haben zu können, habe aber für mich erkannt, dass ich noch viel öfter spielen will.

Inside 11: Wie sind Ihre Gedanken zum Europa-League Aufeinandertreffen mit dem SSC Neapel?

Seguin: Es ist uns nicht gelungen, das abzurufen, was wir sonst abrufen. Die Italiener haben verdient gewonnen. Nichtsdestotrotz müssen wir jetzt natürlich den Kopf oben behalten und weiterarbeiten.

Inside 11: Neben der ersten Mannschaft sind Sie auch zum ersten Mal für die Regionalliga-Mannschaft des VfL tätig. Wie gehen Sie mit dem Wechsel zwischen erster und zweiter Mannschaft um?

Seguin: Am Anfang ist es natürlich eine große Umstellung. Gerade wenn man mit der ersten Mannschaft trainiert und dann erfährt, dass man am Wochenende in der zweiten Mannschaft zum Einsatz kommt. Schließlich hat man dann vielleicht nur ein Training und das mit Spielern, die man nicht so gut kennt und auch das Tempo ist ein anderes. Mittlerweile habe ich aber in beiden Mannschaften meine Rolle gefunden.

Inside 11: Bereits wie im letzten Jahr ist es ein enges Rennen mit den Bremern im Kampf um den ersten Platz. Sind Sie zufrieden mit dem bisherigen Saisonverlauf und wie stehen die Chancen, den Meistertitel zu verteidigen?

Seguin: Wir haben natürlich eine sehr junge Mannschaft, dennoch glaube ich, dass wir schon eine Menge können. Für den Moment sind wir nicht unzufrieden, aber wir haben definitiv das Zeug Meister zu werden, und wollen das auch schaffen.

Inside 11: In der Bundesliga der A-Jugend haben Sie letzte Saison acht Tore erzielt, im Regionalliga-Team haben Sie in diesem Jahr ebenfalls schon dreimal getroffen. Warum sind Sie, Ihrer Position zum Trotz, so torgefährlich?

Seguin: Ich finde es könnten noch durchaus mehr Tore sein (lacht). Von den drei Toren sind zwei ja auch in einem Spiel gefallen. Aber ich denke schon, dass ich ganz gut schießen kann, werde aber daran arbeiten noch torgefährlicher zu werden. Ich hoffe diese Statistik kann ich noch ausbauen.

Inside 11: Vor kurzem wurden Sie auch zum ersten Mal zur U20-Nationalmannschaft eingeladen, Sie standen im Kader für die Spiele gegen Polen und die Tschechische Republik. Mit welchen Eindrücken kehren Sie zum VfL zurück?

Seguin: Alles in allem war ich sehr enttäuscht. Ich sollte ja im zweiten Spiel gegen Tschechien spielen, welches dann abgesagt wurde. Vor Kurzem wurde der Kader für das Italien-Spiel veröffentlicht in dem ich jedoch nicht berücksichtigt wurde. Letzten Endes ist das natürlich schade, dennoch werde ich weiterhin an mir arbeiten, um die nächste Chance zu bekommen.

Inside 11: Sie sind recht aktiv in den sozialen Medien, haben sogar eine eigene Website, die von Ihren Eltern betreut wird. Warum sind Ihnen diese Internetauftritte so wichtig?

Seguin: Ich kriege gerade aus meiner Heimat, der Altmark, eben oft Fragen wie es so läuft, daher denke ich soziale Medien sind hilfreich, um alle auf dem neuesten Stand zu halten. Ich poste nicht so oft etwas, aber es ist mir schon wichtig mitzuteilen, was bei mir so los ist.

Inside 11: Ihre Eltern habe ich eben bereits erwähnt. Welche Rolle spielt speziell Ihr Vater, Wolfgang Seguin, bei Ihrer Karriere? Verspüren Sie Druck aufgrund der großen Fußstapfen oder freuen Sie sich eher, dass Sie in ihm jemanden haben, der genau weiß, wie es im Profi-Fußball zugeht?

Seguin: Ich möchte natürlich auch das erreichen, was mein Vater erreicht hat, auch wenn das nicht einfach wird. Mein Vater gibt mir schon hin und wieder Tipps, was ich ändern könnte. Den Druck laste ich mir eher selber auf, da ich sehr ehrgeizig bin. Mein Vater hat somit nur positive Einflüsse auf mich.

Das Interview führte Florian Papenfuhs exklusiv für Inside 11.


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