Alexander Frei: „Watzke, Zorc und Klopp – das passt“

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Rekordtorschütze der Schweizer Nationalmannschaft, bester Schweizer Spieler im Ausland, 212 Tore und 76 Vorlagen in 374 Spielen – Alexander Frei war zu seiner aktiven Zeit ein begnadeter Stürmer. Heute, etwa anderthalb Jahre nach seinem Rücktritt, ist er Sportdirektor beim Schweizer Erstligisten FC Luzern. Inside 11 hat mit ihm ein exklusives Interview geführt. Alex Frei über seine neue Aufgabe, den FC Basel und seine Zeit beim BVB.

Inside 11: Grüezi Herr Frei! Sie dürften den meisten Bundesliga-Zuschauern in bester Erinnerung sein, denn zwischen 2006 und 2009 stürmten Sie beim BVB, kamen damals auf 58 Scorer-Punktein 83 Spielen. Aber auch in Frankreich bei Stade Rennes und beim FC Basel hatten Sie eine erfolgreiche Zeit. Seit vorletzter Saison sind sie nun Sportdirektor beim FC Luzern. Warum wählten Sie das Management und nicht – wie viele andere – eine Trainerkarriere?

Alexander Frei: Ich sah die Stelle als Chance, sofort bei einem soliden Schweizer Super-League-Verein in das Management einsteigen zu können.


Inside 11: Was sind Ihre Aufgaben beim FC Luzern?

Frei: Meine Tätigkeiten sind sehr vielseitig. Ich bin für den gesamten Sportbereich verantwortlich. Das beinhaltet die Profiabteilung und den Nachwuchs. Transfers, Vertragsgespräche, Trainerevaluationen und vieles mehr.

Inside 11: Viele würden Sie gerne zurück in der Bundesliga sehen – zum Beispiel als Sportdirektor. Wäre das etwas für Sie?

Frei: Um Sportdirektor in der Bundesliga zu werden, muss man einen vollen Rucksack mitbringen. Ich bin jetzt dabei, mir meinen Rucksack mit vielen Erfahrungen zu füllen. Mal sehen, ob es mich eines Tages zurück in die Bundesliga zieht.

Inside 11: Beim FC Basel wurden Sie von Murat Yakin trainiert, mit dem Sie zuvor in der Nationalmannschaft gespielt hatten. Wie ist Ihr Verhältnis zu ihm? Könnten Sie sich vorstellen, irgendwann wieder zusammenzuarbeiten?

Frei: Ja, natürlich. Wir hatten in Basel ein wenig unterschiedliche Auffassungen vom Fussball. Zwischenmenschlich hatte und habe ich aber keine Probleme mit ihm.

Inside 11: Wo wir schon bei den Trainern sind – von denen hatten Sie ja schon reichlich. Wer war Ihr Lieblingstrainer? Von wem haben Sie am meisten gelernt?

Frei: Ich hatte keinen Lieblingstrainer. Mein Verhältnis und die Zusammenarbeit war mit Allen gut und von Respekt geprägt.

Inside 11: Sie spielten zu einer Zeit in Dortmund, als der Verein noch eher Mittelmaß war. Thomas Doll wurde damals von Jürgen Klopp abgelöst. Was hat sich im Training geändert?

Frei: Jeder Trainer hat eine eigene Arbeitsphilosophie. Ich halte nicht viel von Vergleichen.

Inside 11: Warum gab es nach dem Trainerwechsel einen solchen Aufschwung beim BVB?

Frei: Mir war vom ersten Tag an klar, dass beim BVB ein Aufschwung erfolgen wird. Dieser hatte aber auch damit zu tun, dass eine sportliche Führung zusammengestellt worden war, die einander vertraute. Watzke, Zorc und Klopp – das passt perfekt.

Inside 11: Am nächsten Spieltag findet das Revierderby auf Schalke statt. Auch Sie haben das mehrmals miterlebt. Welches Derby haben Sie am Besten in Erinnerung?

Frei: Jedes Revierderby hat seinen eigenen Reiz. Für mich persönlich waren zwei Derbys von spezieller Bedeutung: Jenes, als wir Schalke noch den Titel vereitelten und das andere, als wir 0:3 zurücklagen und noch einen Punkt holten. Das war ein gefühlter Sieg für uns.

Inside 11: Mit welchem Ihrer Teamkollegen hatten Sie das beste Verhältnis?

Frei: Ich habe noch mit einigen Spielern Kontakt aus meiner Profizeit und möchte jetzt nicht einen speziell hervorheben.

Inside 11: Zurück in die Gegenwart: Was sind Ihre Ziele mit dem FC Luzern?

Frei: Ganz einfach: erfolgreich zu sein. Und dies dank Kontinuität in der sportlichen Führung. Im Nachwuchsbereich wollen wir zu den besten Ausbildungsclubs der Schweiz gehören.

Inside 11: Ihr früherer Verein, der FC Basel, trifft in der Champions League unter anderem auf Real Madrid und Liverpool. Wie sind hier Ihrer Meinung nach die Chancen?

Frei: Ziel der Basler ist es, europäisch zu überwintern. Dieses Ziel ist realistisch, trotz der hohen Niederlage in Madrid.

Inside 11: Wird der FC Basel auch dieses Jahr wieder Meister oder trifft es jemand Anderen?

Frei: Wenn alles normal läuft, wird der FCB wieder Meister.

Inside 11: Und wo landet Borussia Dortmund dieses Jahr?

Frei: Der BVB wird wieder einen der ersten drei Plätze belegen.

Inside 11: Vielen Dank für das Gespräch, Herr Frei. Das Team von Inside 11 wünscht Ihnen viel Erfolg in der laufenden Saison!

Das Interview führte Dominic Monn exklusiv für Inside 11.


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