Daniel Butenko: „Gegen die FIFA-Elite spielen macht mich schon stolz“

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Daniel Butenko ist erst 15 Jahre alt und doch hat er schon Dinge erreicht, von denen andere nur zu träumen wagen. Nachdem der Shootingstar der E-Sports-Szene im März völlig überraschend den deutschen Vorentscheid des FIFA Interactive World Cup gewonnen hat, zog er in das Finale in München ein, in dem er sich und sein Land würdig repräsentierte. Inside 11 hat ihn zum Interview getroffen.

Inside 11: Hallo, Daniel! Es gab in letzter Zeit viel Wirbel um dich, viele Pressevertreter wollten dich interviewen. Hat dich das gestört, ein viel gefragter Mann zu sein? Oder hast du es richtig genossen?

Daniel Butenko: Nein, am Anfang war es schon ein komisches Gefühl, weil ich das noch nie so richtig gemacht habe. Aber in letzter Zeit macht es mir richtig Spaß und wenn man sich dann auch noch im Fernseher oder in der Zeitung sieht bzw. im Radio hört, dann ist man schon ein bisschen stolz auf sich. Und man ist froh zu sehen, dass es den meisten Leuten sogar gefällt und sie sich für einen interessieren!


Inside 11: Was war die schlimmste Interview-Frage die man dir gestellt hat?

Butenko: Ich würde jetzt sagen, die schlimmste Interview-Frage gibt es gar nicht. Die ganzen Reporter machen ja auch nur ihren Job und wollen natürlich alles über einen Menschen erfahren. Aber wenn ihr mir diese Frage schon stellt, dann beantworte ich sie spontan. Die „schlimmste“ Interview-Frage war wohl: „Trainierst du deine Daumen davor irgendwie?“ Da denk ich mir halt immer, was soll ich darauf jetzt antworten?! Natürlich will man gewinnen, aber dafür muss man doch nicht seine Daumen dehnen oder sonst was. Natürlich wäre es schlecht, wenn man sich den Finger bricht, aber sowas wie Daumenaufwärmung mache ich speziell nicht.

Inside 11: Hast du für die Endrunde in München ein spezielles Trainingsprogramm absolviert?

Butenko: Diese Frage habe ich schon oft gehört. Natürlich bereitet man sich für eine Weltmeisterschaft vor, da man ja weiß, dass man gegen die FIFA-Elite spielt. Und man muss mit Nationalmannschaften spielen und nicht mit der „Standardmannschaft“ Real Madrid, die ich sonst immer spiele. Aber ein spezielles Trainingsprogramm hatte ich nicht. Ich hab mich einfach intensiv hingesetzt und gegen sehr gute Spieler gespielt und verschiedene Taktiken ausprobiert. Das ist meiner Meinung nach ein normales, und kein spezielles „Training“.

Inside 11: Wann hast du dich in FIFA verliebt? Sprich: Was war der erste Teil den du gespielt hast?

Butenko: Wann ich mich so richtig „verliebt“ habe, kann ich nicht sagen, weil ich das selber nicht so genau weiß. Ich war ja noch ein ziemlich junger Bursche als ich mit FIFA angefangen habe. Damals hatte ich noch nicht die Ahnung, was der Sinn dieses Spiels ist und was man da alles machen kann. Aber es hat schon von klein auf immer Spaß gemacht. Mein erstes richtiges FIFA war FIFA 06. Die früheren Teile habe ich zwar auch gespielt, aber FIFA 06 war das erste, was ich selber hatte.

Inside 11: Was wirst du vom Erlebnis FIWC-Finale mitnehmen?

Butenko: Sehr, sehr viele Dinge. Unter anderem, die heftige Erfahrung. Es war ein tolles Erlebnis, der jüngste und einzige deutsche Vertreter zu sein! Es macht mich selbst ein bisschen stolz und diese Erfahrung nehme ich auf jeden Fall mit nach Hause. Ich probiere, mich für die nächsten Jahre wieder zu qualifizieren und wenn es soweit ist, ist es auf jeden Fall ein großer Vorteil schon mal dort gewesen zu sein.

Inside 11: Wirst du deine Teilnahme am FIWC-Finale in Bewerbungen erwähnen?

Butenko: Darüber habe ich mir auch schon Gedanken gemacht, aber ich denke, dass ich das eher nicht mache. Viele Unternehmer denken dann, dass du nur an der Konsole sitzt und nichts für dein Leben machst – obwohl es genau das Gegenteil ist! Andererseits wäre es auch ein Vorteil, da du dem Unternehmen zeigen kannst, dass du etwas erreicht hast und ehrgeizig bist! Aber das muss jeder für sich entscheiden.

Inside 11: Was könnte EA an FIFA verbessern?

Butenko: Das ist auch eine Frage, die ich schon oft gehört habe und wo ich nicht viel zu sagen kann. Aber ich finde sie sollten diese ganzen kleinen „Bugs“, sprich Spielfehler, im Spiel beheben und die Spieler noch etwas realistischer gestalten. Auch die Stärken könnte man noch besser anpassen, sodass es der Realität mehr entspricht. Eventuell könnte man auch das Spiel des Torwarts noch verbessern, weil der auch viele Fehler macht. Andererseits ist es ja auch normal, weil im echten Leben auch viele Fehler gemacht werden.

Inside 11: Unsere abschließende Frage: Was hältst du von PES?

Butenko: Dazu kann ich nicht viel sagen, weil ich ein leidenschaftlicher FIFA-Spieler bin. Aber viele Leute sagen, PES ist sehr gut. Ich habe es auch ein paar Mal gespielt und muss sagen, es ist ein ganz ordentliches Spiel.

Das Interview führte Philip Hell exklusiv für Inside 11.


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